ADHS-Kinder sind selten „einfach unruhig“.
Ihre Körper stehen oft unter Dauerfeuer:
• ständig wackelnde Beine
• Zappeln ohne Pause
• hoher Muskeltonus
• innerer Druck
• Schwierigkeiten, den eigenen Körper zu spüren
• Über- oder Unterempfindlichkeit für Berührung
• und ein Nervensystem, das in Sekunden vom 0 auf 100 springt
Diese Kinder sind nicht „unkonzentriert“, sie sind übersteuert.
Und genau hier kommt etwas ins Spiel, das häufig unterschätzt wird, aber neurophysiologisch hocheffektiv ist:
👉 tiefensensible Stimulation – z. B. durch Gewichtsdecken oder Gewichtstiere.
1. Das Nervensystem ist im Dauer-Alarm
Viele ADHS-Kinder befinden sich viel häufiger im sympathischen Stressmodus („Fight-or-Flight“).
Das bedeutet:
• Herzschlag erhöht
• Atmung flach
• Muskeltonus hoch
• Reizfilter gestört
• innere Getriebenheit
Das Kind hat nicht die Wahl, ruhig zu sein.
Sein Körper lässt es nicht zu.
2. Der propriozeptive Sinn ist gestört
Der propriozeptive Sinn (Tiefensensibilität) teilt dem Gehirn mit:
• Wo bin ich im Raum?
• Wie viel Kraft brauche ich?
• Wie fühlt sich mein Körper an?
• Bin ich sicher?
Bei ADHS-Kindern ist dieses System häufig dysreguliert.
Viele spüren sich zu wenig → Unterstimulation → sie suchen Reize (springen, drücken, drücken).
Andere spüren zu viel → Überstimulation → Berührungen stressen, Reize tun weh, Nähe wird „zu viel“.
3. Ständige motorische Unruhe ist eine Selbstmedikation
Zappeln ist kein Verhalten, sondern ein Versuch des Gehirns, sich zu regulieren.
Durch Bewegung entsteht propriozeptiver Input → das beruhigt kurzfristig.
Aber: Es ist nicht dosiert, nicht steuerbar, nicht nachhaltig.
Gewichtsreize dagegen sind gezielt, konstant und wirken tiefer.
Gewicht erzeugt propriozeptiven Druck – einen tiefen, gleichmäßigen Reiz, der direkt auf die Regulierungssysteme im Gehirn wirkt.
✔ Der Stresspegel sinkt
Tiefe Druckreize lösen eine parasympathische Reaktion aus:
• Herzfrequenz geht runter
• Atmung wird ruhiger
• Muskeltonus lässt nach
• der Körper verlässt den Fluchtmodus
Das Kind kommt automatisch in den Ruhe-Nervensystem-Modus.
✔ Oxytocin wird ausgeschüttet
Oxytocin = Bindungshormon, Kuschelhormon, Sicherheitsgefühl.
Gewicht (nicht Schmerz!) vermittelt dem Körper:
„Ich bin sicher. Ich bin gehalten.“
Die Angstspannung nimmt ab.
✔ Die Körperwahrnehmung verbessert sich
Viele ADHS-Kinder „fühlen sich selbst“ nicht gut.
Gewicht gibt klare Signale:
• Wo beginnt mein Körper?
• Wo endet er?
• Wie viel Raum nehme ich ein?
Diese Klarheit beruhigt enorm.
✔ Zappeln reduziert sich ohne „Hör auf!“
Weil die Unruhe nicht mehr gebraucht wird.
Der Körper bekommt Reize – aber kontrolliert, tief und angenehm, statt stichartig und unkontrolliert.
✔ Beim Einschlafen
Der Körper kommt schneller aus dem Stressmodus → ruhiger Start in die Nacht.
✔ Bei nächtlicher Unruhe
Viele ADHS-Kinder wachen durch Reizüberflutung auf. Gewicht hält das Nervensystem stabiler.
✔ Bei Hausaufgaben
Kurze Gewichtssequenzen (5–10 Minuten) verbessern:
• Sitzfähigkeit
• Fokus
• Reizfilterung
→ das Kind kann länger ruhig bleiben, ohne ständig aufzustehen.
✔ In der Schule (mit Gewichtstier statt Decke)
Z. B.:
• Gewichtstier auf den Schoß
• Gewichtsschlange über die Schultern
• Gewichtskissen im Stuhl
Das ermöglicht „Ruhe von innen“, ohne dass das Kind ständig zurechtgewiesen werden muss.
✔ Bei Reizüberflutung (z. B. Übergänge, Pausen, Autofahrten)
Gewicht hilft dem Nervensystem, schneller wieder Klarheit zu gewinnen.
✔ Bei Wut oder Overload
Gewicht + langsame Atmung = kürzere Eskalationen
Es stabilisiert körperlich → Emotionalität reguliert sich leichter.
✔ Beim Spielen / Lesen / Fernsehen
Ein Gewichtstier auf dem Schoß reguliert ohne, dass es jemand merkt.
⚠ Wichtig: Nicht jedes Kind liebt Gewicht!
Das ist KEIN Universaltipp.
Es gibt 3 Gruppen:
1. Kinder, die es LIEBEN
→ fühlen sich geborgen, sicher, entspannter
2. Kinder, die es brauchen, aber erst daran gewöhnt werden müssen
→ Schrittweise steigern, kurze Sequenzen, positive Verknüpfung
3. Kinder, die es absolut NICHT mögen
→ Dann NICHT erzwingen. Alternative:
• Knetbälle
• Therabänder
• feste Umarmungen
• Massagebürsten
• tiefe Druckpunkte
Immer testweise beginnen, immer freiwillig
Weil ADHS nicht nur ein Konzentrationsthema ist.
Es ist ein Nervensystem-Thema.
Gewichtsreize helfen dem Körper:
✔ aus dem Stress auszusteigen
✔ Reize besser zu filtern
✔ Körpergrenzen zu spüren
✔ eine innere Ruhe aufzubauen
✔ sich selbst zu regulieren
✔ Anspannung abzubauen
Und ein reguliertes Nervensystem =
mehr Fokus, weniger Zappeln, weniger Lügen, weniger Wut, weniger Chaos.
ADHS endlich verstehen!
Leider ist es keine Seltenheit, dass Ärzte beim Ausstellen der Diagnose keine große Hilfe sind und euch nicht ausreichend beraten.
Doch dabei gibt es so viel über dieses Thema zu wissen und auch unzählige Strategien, die euch den Alltag als Familie mit ADHS Kind erleichtern können! Meine 3 beliebtesten und erfolgreichsten Kurse zum Preis von einem! Spare über 500 €!!!
Gewichtsdecken und Gewichtstiere sind kein Spielzeug – sie sind ein therapeutisches Tool.
Sie schenken Sicherheit, Körpergefühl und innere Ruhe.
Sie unterstützen die propriozeptive Wahrnehmung und helfen ADHS-Kindern, den Kampfmodus zu verlassen.
Für viele Kinder sind sie ein Game-Changer – in der Schule, zuhause oder unterwegs.
Wichtig bleibt: erst ausprobieren, auf das Kind hören und niemals zwingen
P.S Wusstest du, dass der Begriff ADS veraltet ist?
In all meinen Blogartikeln, sowie in meinem Elterncoaching spreche ich im Normalfall immer ALLE Varianten der ADHS an also automatisch auch ADS !!!
Manche Ärzte verwenden evtl. noch den Begriff ADS um Verwirrung oder lange Erklärungen zu vermeiden.
Man unterscheidet nach ICD-11 ( = Internat. Klassifikation d. Krankheiten)
1) ADHS, vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typ
2) ADHS, vorwiegend unaufmerksamer Typ (ADS)
3) ADHS, Mischtyp (die häufigste Form)
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