Warum Mütter ADHS bagatellisieren – die psychologischen Gründe

Mütter, die ADHS herunterspielen, sind nicht dumm. Sie sind überfordert, verängstigt und innerlich blockiert

Ein ADHS-Verdacht löst häufig aus:
• Angst vor Stigmatisierung
• Schuldgefühle („Habe ich versagt?“)
• Sorge vor Medikamenten
• Angst vor Schule, Zukunft und Ausgrenzung

Das Gehirn reagiert darauf mit einem Schutzmechanismus: Verdrängung.

👉 Wegschauen fühlt sich kurzfristig entlastend an – ist aber langfristig hochproblematisch.

„Das verwächst sich“ – warum Abwarten bei ADHS keine Lösung ist

Viele Eltern hoffen:
• „Das legt sich mit dem Alter.“
• „Ein Jahr später einschulen reicht.“
• „Er ist halt lebhaft.“

Doch ADHS ist keine Phase.
Es handelt sich um eine neurobiologische Besonderheit, die gezielte Begleitung braucht.

Je länger Symptome ignoriert werden, desto stärker steigt:
• der innere Stress des Kindes
• die emotionale Überforderung
• der schulische Druck
• der Verlust von Selbstwert

Abwarten verschiebt das Problem – es löst es nicht.

Wenn Kinder vom Stuhl fallen – aber Eltern Mathekurse buchen.

Ein Beispiel aus der Praxis:

Ein Kind ist stark hyperaktiv, kann kaum sitzen, fällt vor innerer Unruhe vom Stuhl.
Die eigentliche Schwierigkeit ist eindeutig: fehlende Selbstregulation.

Und trotzdem investieren Eltern in:
• Mathekurse
• Lernprogramme
• Nachhilfe

Warum?

Weil schulische Inhalte kontrollierbar wirken.
ADHS hingegen wirkt bedrohlich, komplex und überfordernd.

👉 Das ist Aktionismus zur Beruhigung der Eltern, nicht Hilfe für das Kind.

Ein Kind mit ADHS hat kein Matheproblem, wenn es sein Nervensystem nicht regulieren kann.

ADHS ist keine Mangelerscheinung – warum Vitamine und Globuli nicht ausreichen

Ein weit verbreiteter Mythos:

„Mit den richtigen Nahrungsergänzungsmitteln bekommt man ADHS in den Griff.“

Fachlich klar:
• ADHS entsteht nicht durch Vitaminmangel
• ADHS ist nicht heilbar durch Globuli
• ADHS verschwindet nicht durch Werbung

Nahrungsergänzung kann unterstützend wirken –
aber niemals als Ersatz für:
• Struktur
• Methodik
• konsequente Begleitung
• Elternarbeit

Wer ADHS darauf reduziert, verkennt das Problem – und lässt das Kind allein.

Bagatellisieren schützt Eltern – nicht das Kind

Das ist der unbequemste Punkt:

Wenn ADHS klein geredet wird,
schützt das die erwachsene Psyche,
nicht das Kind.

Denn hinschauen bedeutet:
• Verantwortung übernehmen
• Entscheidungen treffen
• dranzubleiben
• eigene Ängste auszuhalten

Wegschauen bedeutet:
• Hoffnung statt Handlung
• Beruhigung statt Lösung

Währenddessen erlebt das Kind:
• steigende Frustration
• häufige Konflikte
• Ablehnung
• Selbstzweifel
• emotionale Überforderung

Kinder spüren sehr genau, dass „etwas nicht stimmt“.
Was sie nicht verstehen: warum niemand eingreift.

Wenn Kinder vom Stuhl fallen – aber Eltern Mathekurse buchen.

Je länger Eltern wegschauen, desto schwerer wird der Ausstieg.

Es entsteht eine Spirale aus:
• Rechtfertigungen
• Abwehr gegen Fachwissen
• Vergleichen mit anderen Kindern
• Beratungsresistenz

Sätze wie:
• „So schlimm ist es doch nicht.“
• „Andere sind viel auffälliger.“
• „Der Experte übertreibt.“

sind keine Stärke,
sondern ein klares Zeichen:
Die Überforderung hat längst übernommen.

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ADHS braucht Führung – keine Hoffnung

Kinder mit ADHS brauchen:
• Eltern, die hinschauen
• Wissen statt Mythen
• Struktur statt Chaos
• Methoden statt Durchhalten

ADHS muss begleitet werden.
Nicht wegerklärt.
Nicht weggeschoben.
Nicht schön geredet.

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Leider ist es keine Seltenheit, dass Ärzte beim Ausstellen der Diagnose keine große Hilfe sind und euch nicht ausreichend beraten.

Doch dabei gibt es so viel über dieses Thema zu wissen und auch unzählige Strategien, die euch den Alltag als Familie mit ADHS Kind erleichtern können!

Fazit: Mein klarer Standpunkt

Ich begleite Kinder mit ADHS –
aber nicht gegen ihre Eltern.

Ich arbeite nicht mit Eltern,
die Beruhigung für ihr Gewissen suchen.

Ich arbeite mit Eltern,
die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen
und den Leidensdruck ihres Kindes ernst zu nehmen.

Denn Wegschauen ist keine Schonung.
Es ist eine Entscheidung – mit Folgen.

Für das Kind.

P.S Wusstest du, dass der Begriff ADS veraltet ist?

In all meinen Blogartikeln, sowie in meinem Elterncoaching spreche ich im Normalfall immer ALLE Varianten der ADHS an also automatisch auch ADS !!!

Manche Ärzte verwenden evtl. noch den Begriff ADS um Verwirrung oder lange Erklärungen zu vermeiden.

Man unterscheidet nach ICD-11 ( = Internat. Klassifikation d. Krankheiten)

1) ADHS, vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typ
2) ADHS, vorwiegend unaufmerksamer Typ (ADS)
3) ADHS, Mischtyp (die häufigste Form)

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